Essstörungen
Die Anorexia wird im Volksmund auch Magersucht genannt und tritt sehr häufig in der Vorpubertät und in der Pubertät auf. Die Anorexia zeichnet sich z.B. durch eine rigide Gewichtskontrolle, Essverweigerung, Abführmittel, exzessiver Sport uvm. Aus. Es sind in der Regel Jugendliche, die sehr stark leistungsorientiert in der Schule und in der Freizeit sind. Außerdem sind sie brave, angepasste Kinder und haben eine gestörte Körperwahrnehmung. In anorektischen Familien besteht meist ein hohes Harmoniestreben (um jeden Preis) und eine Verklärung des Familienzusammenhalts, was in der Regel auf den Verzicht eigener Bedürfnisse führt.
Die Anorexia ist immer therapiebedürftig, denn in der Regel kommt eine Anorektikerin nicht von alleine aus diesem Teufelskreis heraus. Idealerweise befindet sich die gesamte Familie in psychotherapeutischer Begleitung und die Anorektikerin zusätzlich in ernährungstherapeutischer Beratung. In der Therapie lernt die Anorektikerin z.B. eigenständiger und selbstbestimmter zu leben. Die Anorexia ist nur das Symptom, aber nicht die Ursache!
- der BMI ist auf 17,5 oder weniger festgelegt
- Weigerung, das Minimum des für Alter und Körpergröße normalen Körpergewichts zu halten
- Ausgeprägte Ängste vor einer Gewichtszunahme oder davor, dick zu werden, trotz bestehenden Untergewichtes
- Störungen der Wahrnehmung der eigenen Figur und es Körpergewichtes, übertriebener Einfluss des Körpergewichtes oder der Figur auf die Selbstbewertung, oder Leugnung des Schweregrades des gegenwärtig geringen Körpergewichtes
- Konzentrationsstörungen
- starke Kälteempfindlichkeit und Blaufärbung der Extremitäten
- Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen und Licht
- Kachexie (schwere Form von Abmagerung)
- Magen-Darm-Beschwerden
- Ausbleiben der Regelblutung
- brüchige Finger- und Zehennägel
- gelbliche Hautfarbe
- Herz- und kreislaufbeschwerden
- sinken des Blutzuckerspiegels
- Zahnschäden
- flaumige Körperbehaarung
- Haarausfall
- Osteoporose
- Anfälligkeit für Entzündungen